"Ständebaum" in Stolberg

Kunsthandwerk von Matthias Peters und Tobias Kreus.

[18.05.2011] Der Datenklau an Geldautomaten hat erheblich zugenommen.

Nach Schätzungen des Bundeskriminalamtes (BKA) haben Betrüger allein im vergangenen Jahr rund 60 Millionen Euro beim Ausspähen von EC-Karten ergaunert.

Wie sicher sind die Geldautomaten in Aachen und der Region?, wollten wir wissen und unterhielten uns darüber mit dem Pressesprecher der Sparkassen Aachen, Erich Timmermanns.

Super Mittwoch vom 18.05.2011

Herr Timmermanns, Bargeld an Geldautomaten abzuheben ist bequem, aber ist es auch sicher?

E. Timmermanns: Bargeld am Geldautomaten abzuheben ist sicher. Doch vor kriminellen Aktivitäten ist man nie gänzlich geschützt. Wie in jeder anderen Alltagssituation sollte man auch hier aufmerksam sein.

Immer öfter hört man von manipulierten Geldautomaten. Wie viele Automaten unterhält die Sparkasse Aachen und wie stellt sich die Situation in der Städteregion Aachen dar?

E. Timmermanns: Die Sparkasse Aachen unterhält 230 Geldautomaten in der gesamten Städteregion. Wir stellen so eine flächendeckende Bargeldversorgung rund um die Uhr sicher. Wir haben schon sehr frühzeitig vor mehreren Jahren gemeinsam mit den Automatenherstellern verschiedene technische Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt, um Schäden durch betrügerische Manipulationen einzelner Geldautomaten zu verhindern. Diese passen wir regelmäßig dem aktuellen Stand der Technik an. Die Manipulation von Geldautomaten dient den Betrügern dazu, die auf dem Magnetstreifen vorhandenen Kartendaten zu kopieren und die Persönliche Identifikationsnummer (PIN) des Kunden in Erfahrung zu bringen.

Wie einfach machen Magnetstreifen es den Kriminellen, um an die Persönliche Identifikationsnummer der Opfer (PIN) zu kommen?

E. Timmermanns: Alleine aus dem Magnetstreifen einer Karte ist die PIN nicht abzuleiten. Der Magnetstreifen enthält insbesondere die Kartendaten wie Kontonummer oder Gültigkeitsdauer der Karte. Die PIN erhalten Kriminelle, indem sie die Eingabe der Nummer am Geldautomaten ausspähen. Der wirksamste Schutz gegen Skimming ist daher, bei der PIN-Eingabe die Tastatur mit der Hand zu verdecken. Deswegen haben wir einen blauen Sichtschutz an den Eingabetastaturen montiert, um so bereits ein Ausspähen der PIN zu erschweren. Natürlich sollte die PIN auch niemals notiert werden, erst recht nicht auf der Karte.

Seit Beginn des Jahres stellen viele Banken und Sparkassen auf Chiptechnik um. Wie weit ist die Sparkasse mit der Umstellung schon vorangekommen und werden EC-Karten dadurch sicherer?

E. Timmermanns: Die Geldautomaten der Sparkasse sind schon seit längerer Zeit auf die sichere Chiptechnik umgerüstet. Seit Ende der 90er Jahre statten wir bereits die von uns ausgegebenen SparkassenCards zusätzlich mit einem Chip aus. Der wesentliche Vorteil ist, dass ein Chip im Gegensatz zu einem Magnetstreifen wirksam gegen Kopieren und Veränderungen geschützt werden kann. Da Geldautomaten innerhalb Europas bei Abhebungen in der Regel auf den Chip zugreifen, sind hier missbräuchliche Verfugungen also ausgeschlossen. Anders sieht das an Geldautomaten außerhalb Europas aus, die nach wie vor Auszahlungen oftmals anhand des Magnetstreifens vornehmen. So können Karten mit gefälschten Magnetstreifen im Zusammenhang mit einer ausgespähten PIN im außereuropäischen Ausland für betrügerische Abhebungen verwendet werden.

Wer haftet bei Schäden von EC-Kartenbesitzern?

E. Timmermanns: Der Kunde haftet nicht für Schäden, die ihm durch Skimming entstehen. Wichtig ist aber, dass er seine Kontoauszüge regelmäßig prüft und bei unrechtmäßigen Abbuchungen direkt seine Sparkasse oder seine Bank anspricht. Auch empfehlen wir unseren Kunden, auf Veränderungen an Geldautomaten zu achten und uns bei Auffälligkeiten sofort zu informieren.

Das Gespräch führte Hans Creutz.

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