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Themen & Top-BegriffeAachener Zeitung / Aachener Nachrichten vom 21.07.2010
Aachen. Insgesamt zufriedenstellend, aber in den einzelnen Bereichen sehr unterschiedlich: So fällt die Halbjahresbilanz der Sparkasse Aachen aus. Bei den Einlagen privater Kunden gab es Zuwächse (plus 1,5 Prozent auf insgesamt 4,8 Milliarden Euro), Unternehmen und Selbststständige hingegen zogen 192 Millionen Euro ab (minus 11,3 Prozent). Insgesamt sank der Bestand der Kundeneinlagen um 61 Millionen auf 6,9 Milliarden Euro (minus 0,9 Prozent).
Zurückhaltung auch im Wertpapiergeschäft: Die Umsätze sanken nach Angaben von Vorstandschef Hubert Herpers im ersten Halbjahr auf 336 Millionen (erstes Halbjahr 2009: 438 Millionen). Das gesamte Anlagevolumen der Privaten (Zuwachs bei den bilanzwirksamen Einlagen und Wertpapier-Nettoabsatz) mit 85 Millionen Euro bewertete Herpers als sehr erfreulich, zumal zur Jahresmitte 2009 ein Wert von minus 42 Millionen Euro zu verzeichnen war.
Die Sparkasse sagte ihren Kunden Darlehen in Höhe von 411 Millionen Euro zu (2009: 492 Millionen). Davon entfielen 210 Millionen auf private Kunden und 171 Millionen auf Unternehmen und Selbststständige. Von einer Kreditklemme könne keine Rede sein, allerdings hielten sich die Unternehmen bei Investitionen merklich zurück. Leicht gestiegen ist die Zahl der Finanzierungen aus der Mittelstandsoffensive der Sparkasse (390 Anträge mit einem Volumen von 28 Millionen).
Eine klare Absage erteilte Herpers der von der Bundesregierung geplanten Einführung einer Bankenabgabe. Sparkassen und Genossenschaftsbanken verfügten über eigene, funktionierende Sicherungssysteme. Es sei deshalb nicht einzusehen, dass sich die Sparkassen an einem weiteren Sicherungssystem beteiligen sollten. Sinnvoller sei die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, mit der Wertpapierumsätze besteuert werden. Damit könne man punktgenau jene hochspekulativen Geschäfte belangen, die die Finanzkrise herbeigeführt hätten.
Skepsis auch gegenüber der von der Europäischen Kommission geplanten Einführung einer Einlagensicherung bis zu einem Betrag von 100 000 Euro. Dies sei für die Kunden der Sparkasse ein Rückschritt, da ihre Einlagen über die Institutssicherung aller deutschen Sparkassen in vollem Umfang abgesichert seien. Es bestehe deshalb keine Notwendigkeit für die Sparkassen, sich an diesem Europafonds zu beteiligen, betonte Herpers. Er geht davon aus, dass es hier zu Klagen kommen werde.
Der Seed Fonds der Sparkassen-Unternehmensbeteiligungsgesellschaft (S-UBG), über den junge, technologie-orientierte Unternehmen mit Kapital ausgestattet werden, wird erweitert.
Die Sparkasse Aachen erhöht ihre Beteiligung von vier auf acht Millionen Euro, die NRW-Bank und ein privater Investor verdoppeln ihr Engagement ebenfalls. Demnächst sind somit 17 Millionen Euro im Topf.
Nach Angaben von Norbert Laufs, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Aachen, zählt der Aachener Seed Fonds damit zu den Vorreitern der sieben Seed Fonds in NRW. Er ist derzeit an neun Unternehmen beteiligt.